Der „Lüneburger Fragebogen Plus“

 

Ein Instrument für die  Evaluation mit Schülerinnen und Schülern an Förderschulen Lernen

Von Beate Grun, Hannover 

Die individuellen Bedingungen an Förderschulen erfordern auch ein individuelles Evaluationsinstrument. Auf der Grundlage des lüneburger fragebogens entwickelten wir mit dem lüneburger fragebogen Plus ein solches Instrument, mit dem es möglich sein soll, an Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen auch Schüler/innen in die Evaluation einzubinden.

Schüler/innen der Förderschule Schwerpunkt Lernen wurden direkt in die Entwicklung des Fragebogens einbezogen: Sie stellten Qualitätskriterien für „gute Schule“ und für „erfolgreiche Schule“ auf, die sich in der Auswertung den Qualitätsbereichen des Orientierungsrahmen Schulqualität in Niedersachsen zuordnen lassen. Auf ihrer Grundlage wurde der lüneburger fragebogen Plus entworfen und gemeinsam mit den Schüler/innen sprachlich abgeglichen.

Im Vergleich zum lüneburger fragebogen   liefert der lüneburger fragebogen Plus  in seiner Anwendung in der Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen folgende Vorteile:

 

 Der Lüneburger fragebogen

Der Lüneburger fragebogen Plus

… umfasst im allgemeinen Fragenteil 46 Fragen.

… umfasst im allgemeinen Fragenteil 25 Fragen.

… ist sprachlich gehaltvoll.

…ist sprachlich reduziert.

… verfolgt eine Viererskala (trifft voll zu; trifft eher zu; trifft eher nicht zu; trifft nicht zu).

… verfolgt eine eingängige Dreierskala (ja; nein; Das weiß ich nicht).

… ist umfassend konzipiert auf der Grundlage der Qualitätsmerkmale des Orientierungsrahmen Schulqualität in Niedersachsen.

... ist ausgerichtet an den Qualitätsmerkmalen des Orientierungsrahmens Schulqualität in Niedersachsen und berücksichtigt neben dem Fokus auf Unterrichtsqualität insbesondere Aspekte des sozialen Miteinanders und des gesunden Lebensraums.

… enthält eine knappe Hinführung zum Ausfüllen des Bogens.

… schlägt darüber hinaus eine kleinschrittige, einfach formulierte mündliche Hinführung zum Ausfüllen des Bogens vor.

 

Anwendungshinweise

 - Selbstverständlich hat auch der lüneburger fragebogen Plus einen Angebotscharakter und kann beliebig ergänzt werden (außer bei Onlinebefragung mit Evasys)

- Auch hier gilt das Prinzip „Ein Bogen für alle an Schule Beteiligte“. Die Fragen für Lehrer/innen Nr. 27-60 sind identisch mit denen des Instruments für alle Schulformen.

- Auch der  lüneburger fragebogen Plus möchte gewährleisten, dass Schülerinnen und Schüler selbständig auf die Fragen zugehen können, möglichst ohne auf erläuternde und unter Umständen beeinflussende Worte der begleitenden Lehrkraft angewiesen zu sein. Eine kleinschrittige, einfach formulierte mündliche Hinführung zum Ausfüllen des Bogens wie diese soll hier unterstützen:

Deine Meinung ist uns wichtig. Unsere Schule möchte wissen, was gut funktioniert und was wir verbessern können.

Darauf solltest du achten:

-          Deinen  Namen brauchst du nicht aufzuschreiben.

-          Lies die Fragen in Ruhe durch.

-          Wenn du etwas nicht verstehst, frage nach.

-          Du hast zum Ausfüllen viel Zeit. Denke in Ruhe nach, bevor du dein Kreuz machst.

-          Mit deiner ehrlichen  Meinung kannst du etwas in deiner Schule verändern.

 

- Der Bogen orientiert sich am sprachlichen Niveau zwölf- bis fünfzehnjähriger Schüler/innen  der Förderschule Schwerpunkt Lernen. Wir empfehlen, den Bogen je nach Größe der Schule in ein bis zwei Jahrgängen vorzulegen, um einerseits ein repräsentatives Meinungsbild zu erhalten, andererseits den Durchführungsaufwand gering zu halten. Es sollten alle Lehrer/innen und ggf. Päd. Mitarbeiter/innen befragt werden und nicht weniger als etwa 25 Schüler/innen der genannten Altersgruppe und deren Eltern.

- Zur visuellen Unterstützung für schwächere Leserinnen und Leser ist eine farbliche Unterlegung der Silben vorgesehen, die entfernt werden kann, wenn sie nicht gebraucht wird.

Für inhaltliche Fragen zum Instrument steht Ihnen die Autorin Beate Grun per Mail zur Verfügung.